Obinger Gartler auf den Spuren von Wald, Wein und Mohn!


Nach drei Jahren hieß es für die Obinger am 29.06.2023 endlich wieder auf zu einem 4-Tagesausflug. Das Ziel war das Wein- und Waldviertel in Niederösterreich
1. Tag Sonnentor und Wurmhof Thaller
Am ersten Tag führte unser Weg über Salzburg, Linz und Zwettl nach Sprögnitz zu einer Betriebsbesichtigung beim Kräuterhandel Sonnentor. Der Gründer Johannes Gutmann, der von seinen Mitarbeitern liebevoll nur Hannes genannt wird, hat 1992 in Sprögnitz ein altes Bauernhaus erworben und hier ein Paradies für Kräuter und Gewürze geschaffen. Mittlerweile hat Hannes, der damals nicht als Pionier, sondern eher als Spinner galt, in Sprögnitz 360 und in Tschechien 160 Mitarbeiter und Sonnentor ist weltweit bekannt. 50 Biobauern weltweit versorgen zu fairen Preisen die Firma Sonnentor mit Kräutern und Gewürzen. Die meisten Rohstoffe werden noch in Handarbeit geerntet, getrocknet, verarbeitet und verpackt. Auch die Verpackungen sind ausschließlich biologisch abbaubar. Bei Sonnentor kann man sehen, dass die Liebe und Wertschätzung zum Produkt sehr hoch geschrieben wird. Nach der Mittagspause in der Leibspeis, die auch zu Sonnentor gehört, ging es für die Gartler weiter zum Wurmhof Thaller. Dort erfuhren die Obinger, wie der kleine Kompostwurm biologischen Dünger für den Garten herstellt. Seit 2009 wird auf dem Wurmhof Regenwurmhumus in Bioqualität produziert. Dafür zuständig sind ca. 80.000 Kompostwürmer. Wer nun aber denkt, dass der Regenwurm seine Arbeit macht und man sich nicht mehr darum kümmern muss, der täuscht sich. Da die „Fütterung“, Pflege und Ernte eine Wissenschaft für sich ist, verdienen die Regenwürmer genauso viel Aufmerksamkeit wie die Rinder am Hof. Nach einem ereignisreichen ersten Tag ging es für die Gartler zum Quartier der nächsten Tage, das Faulenzerhotel in Friedersbach.
2. Tag Arche Noah und Die Garten Tulln
Am zweiten Tag durften die Obinger zum Arche Noah Schaugarten nach Schiltern. Arche Noah setzt sich u.a. für die Erhaltung und Vermehrung von fast verloren gegangenen und vergessenen Kulturpflanzen ein. Bei der Führung durch den Forschungs- und Vermehrungsgarten wurde sichtbar, wie viel Arbeit die einzelnen Mitarbeiter hier in die Bewahrung und Weiterentwicklung stecken. Durch das jährliche aussäen, soll sich die alte Sorte langsam an die Klimaveränderungen gewöhnen und das dadurch neu gewonnenen resistentere Saatgut kann so an den Endverbraucher weitergegeben werden. Das Herz der Arche Noah ist aber das Samenarchiv, hier lagern ca. 5.500 verschiedene Kulturpflanzensorten. Es dient dazu, den Bestand gefährdeter Pflanzenarten und -sorten für die Menschheit zu erhalten. Nach vielen Eindrücken ging die Reise weiter ins Donautal zum Besuch des Garten Tulln. Hier konnten die Gartler durch die rund 70 Themengärten schlendern und sich die ein oder andere Idee für den heimischen Garten holen. Wer sich auf den 30 m hohen Baumwipfelweg gewagt hat, wurde mit einem wunderschönen Blick auf das Tullnerfeld, den Wegram, den Wienerwald, die Donau und sogar den Schneeberg und Ötscher belohnt.
3. Tag Perlmuttmanufaktur und Rundfahrt Wein-und Waldviertel
Am Samstag durften die Gartler in Begleitung eines Reiseleiters zu einer Rundfahrt ins Wein- und Waldviertel aufbrechen. Als Erstes stand das 1153 gegründete Stift Geras mit seinem wunderschönen Kräutergarten auf dem Programm. Nach einer kurzen Fahrt erwartete uns in Felling, Rainer Mattejka, in seiner Perlmuttmanufaktur. Der Familienbetrieb blickt bereits auf über 100 Jahre Handwerkstradition zurück. Felling liegt im Thayatal und so wurden lange Zeit im Unternehmen nur Thaya- und Marchmuscheln verarbeitet. Nachdem die heimischen Bestände erschöpft waren, begann die Firma 1953 mit dem Import von Meeres-Muscheln und Schnecken. In Felling werden daraus heute noch edle Hemd- und Trachtenknöpfe sowie exquisiter Schmuck hergestellt. Mittlerweile wurde mit Innovationen, Visionen und Fleiß die Technologie der Herstellung verfeinert und somit kann das Handwerk bewahrt werden. Da die Manufaktur sehr viele hochkarätige Modefirmen und Innenarchitekten für Luxusjachten und -jets beliefert, ist sie heute ein erfolgreicher Gegenpol zur Industrieware. Von einst 100 heimischen Perlmuttdrechlerreien ist jene in Felling die einzige heute noch existierende. In der gesamten EU gibt es nur noch drei dieser Art. Nach tollen Eindrücken ging es zur Weinverkostung in die zauberhafte Stadt Retz.
4. Tag Mohnhof Greßl und Stift Seitenstetten
Mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck führte unser Weg am Sonntag zum Waldviertler Mohnhof. Am Hof der Familie Greßl dreht sich alles um den Mohn und die Gartler erfuhren viel Wissenswertes über den Anbau und die Verarbeitung. Die leckeren selbstgemachten Mohnzelten wurden mit Genuss verspeist. Die letzte Station auf unserer Reise war das Stift Seitenstetten. Nach einer kleinen Mittagspause im Mostviertlerwirt konnte jeder durch den Hofgarten mit seinem zauberhaften Rosengarten sowie der pompösen Stiftskirche schlendern. Mit einem Bus voll Kräutertees, Gewürzen, Regenwurmhumus, Samen, Perlmuttschmuck, Wein und Mohnprodukten traten die Gartler dann die Heimreise nach Obing an. Alle waren sich einig, dass dies ein rundum gelungener Ausflug war und das Wein- und Waldviertel jederzeit einen Besuch wert ist.
